Klassische Schellack-Handpolitur

Die Schellack-Handpolitur (French Polish) ist eine Holzveredelung mit jahrhundertelanger Tradition. Dabei werden in Alkohol gelöste ostasiatische Baumharze in feinsten Lagen auf die Oberfläche aufgebracht, geschliffen und anschließend in bis zu zehn Durchgängen mit einem wollegefüllten Leinenballen poliert.

Diese alte Oberflächentechnik gelangte im 17. Jahrhundert nach Europa und wurde zunächst vorwiegend am französischen Hof praktiziert. Im 18. Jahrhundert war die Schellackpolitur bereits weit verbreitet und erreichte ihre Blüte schließlich im Möbel- und Instrumentenbau des 19. Jahrhunderts. Durch die industrielle Umstellung auf anspruchslosere Nitro- und Kunstharzlacke geriet die aufwendige Schellack-Handpolitur im 20. Jahrhundert in den Hintergrund.

Kenner legen allerdings vor allem bei Instrumenten auch heute Wert auf diese Oberflächenveredelung. Ihr außergewöhnlicher Glanz – erzielt durch die vielen hauchdünn übereinander gelegten Lackschichten - bringt die Schönheit der Holzmaserung in besonderer Weise zur Geltung. Die Tiefenwirkung des handpolierten Schellacks ist von keinem Kunstharzlack zu übertreffen und kann durch kein Spritzverfahren nachgeahmt werden.

Gleichzeitig besitzt die Schellack-Oberfläche dank des Handpolierverfahrens eine minimale Lackschichtdicke; dies wirkt sich zusätzlich positiv auf das Resonanzverhalten des Instruments aus.

Um die Schellack-Handpolitur richtig ausführen zu können, bedarf es einer Spezialausbildung, sowie viel Erfahrung und Fingerspitzengefühls.

Auf Wunsch überprüfe ich gerne ob Ihr Instrument noch eine originale Schellackoberfläche besitzt und ob das Aufpolieren möglich ist.